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Die Briefe an Sophie
Haufe (1786 - 1864) zählen gleich denen an
Gustave Fecht zum Köstlichsten, was der Briefschreiber Hebel zu spenden
hat.
Beide Frauen sind einzig, unvergleichbar in ihrer Art. Mit Recht sagt
Altwegg: „Wie anders sind die Briefe an Sophie Haufe! Hier waltet
stärker die sinnliche Freude des reifen Mannes am jugendlichen
Frauenwesen und die Künstlerlust
und der Künstlerübermut des nun mit bewußter Hand formenden Meisters."

Sophie Haufe (1786-1864). Alabasterrelief von
Landolin Ohmacht (um 1808).
Städtische Sammlungen Karlsruhe.
Um neben dem Gatten sich an die anmutige Frau wenden zu können, ernennt
er ihn zu seinem „Thurn", das heißt Postmeister, und sie zu seinem
„lieben geheimen Staatsminister und Intendanten der Künste und
Wissenschaften" — während er als „Peter L, Graf" unterzeichnet, nach
Annahme des Königstitels durch den württembergischen Souverän gar als
„von Gottes Gnaden Wild- und Rheinkönig zu Assmannshausen und Caub".
(Bei der Wahl der letztgenannten Orte spielen Erinnerungen an Hebels
Rheinreise vom Herbst 1794 mit.) Das so gern gepflegte „Jeanpaulisieren",
Zeugnis der Sympathie und des Gefühls innerer Artverwandtschaft, die
Hebel für den Bayreuther Meister hegte, treibt in den Briefen an die
Straßburger Freunde, an sein „Kleinstraßburg", ihre üppigsten,
sinnigsten Blüten. Zeitweise trug man sich in diesem Kreise sogar mit
dem Gedanken, gemeinsam einen Roman in Jean Paul'-scher Manier zu
verfassen. |