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Clemens Fabrizio - Ausstellung im Museum Schopfheim |
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In akribischer Sorgfalt hat der
84-Jährige verschiedenste Themenbereiche zu diesen wunderschönen alten
Karten aus der Zeit um 1900 zusammengestellt. So wird der Rundgang durch
die Schau zu einem nostalgischen Ausflug in die Früh- und Blütezeit
dieser Grußkarten. Er beginnt mit rund 350 Ansichtskarten aus dem Kreis Lörrach, die meist "postalisch gelaufen" sind, wie der Fachmann sagt, also verschickt wurden. Da finden sich reizvolle Motive aus der Gegend, aus Todtnau, Schönau, Zell, Hausen, Schopfheim und seinen Teilorten. Das älteste Sammlerstück ist eine Karte vom Gasthaus zur Sonne in Todtnau aus dem Jahre 1895. |
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Wie man an den Exponaten sieht,
wurden die Ansichtskarten bis 1905 lithographiert und oft nachkoloriert,
meist von Hausfrauen in Heimarbeit. Erst nach 1905 kam der Farbdruck
auf. Vorher durfte auch nur die Bildseite der Karte beschriftet werden. Auch Maler-Postkarten sind zu sehen, so Motive von Adolf Glattacker oder Hermann Daur, die auf den Karten die Idyllische Natur des Schwarzwalds festhielten. Ferner hat Fabrizio Ansichtskarten aus der Regio, aus Städten wie Freiburg, Straßburg und Mülhausen ausgesucht. Man entdeckt manche Besonderheit wie etwa die romantischen Trompetermotive aus Säckingen und Motive vom Lörracher Trämli, das von 1917 bis 1967 fuhr. Hier entdeckt man auch Raritäten wie frühe Fotomontagen, so z. b. eine Karte mit einem sichtbar nicht in die Bildproportion passenden Tram, das zudem die Nr 3 trägt - bekanntlich fuhren in Lörrach ausschließlich "Sechser". Hübsch anzusehen sind die vielen "Mondscheinkarten" mit ihren romantisch-stimmungsvollen, ja märchenhaft anmutenden Motiven - gegen das Licht gehalten, schienen Mond (und Sterne) durch den an diesen Stellen dünneren Karton durch. Auch Karten aus ganz Deutschland, der Schweiz, dem Elsass sind zu bewundern, darunter Illustrationen von Trachten oder jugendstilhafte Mädchenporträts. Und man staunt, dass sogar Katastrophen wie das Erdbeben von San Francisco 1906 einst Motive von Karten waren (Postkarten quasi als Vorläufer des Fernsehens). Etwas Besonderes in der Schau sind die erstmals ausgestellten Menü- und Speisekarten. Damit nicht genug: Fabrizio zeigt auch Teile aus seiner beachtlichen Notgeld-Sammlung (mit Scheinen, die von div. Künstlern illustriert wurden), Spiel- und Musikdosen sowie Liederbücher nebst Grammophonen und weiteren sehenswerten Einzelstücken aus dem historischen Kontext. Bei der Eröffnung In der Alten Kirche St. Michael erwies sich angesichts der vielen Besucher "die Persönlichkeit Clemens Fabrizio wieder einmal als Magnet". |
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