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10. Mai 1861: Das erste Basler Hebelmähli in Hausen

     


Die Basler Hebel-Stiftung hatte sich nach ihrer Gründung 1860 in ihren Bestimmungen
unter anderem als Ziele gesetzt:

1. Alljährlich am 10. Mai, am Geburtstag Hebels, soll in Hausen, dem Heimatort des Dichters, elf der ältesten daselbst eingebürgerten und minderbemittelten Männern ein einfaches Mahl mit einer Flasche guten Markgräfler Weines, das Baslerische Hebelm
ähli, gegeben werden.
Als zwölfter Teilnehmer kommt der jeweilige Bürgermeister von Hausen oder in dessen Verhinderung das älteste Mitglied des Gemeinderates hinzu.

2. Ebenfalls alljährlich am 10. Mai soll zwei ehrbaren mindestbemittelten Mädchen von Hausen, welche sich im Laufe des Jahres verheiratet haben oder am 10. Mai verlobt sind, eine bescheidene Hochzeitsgabe durch Vermittlung des Bürgermeisters überreicht werden.

3. An demselben 10. Mai wird vier älteren und fleissigen Schulkindern von Hausen,
 nämlich zwei Knaben und zwei Mädchen, ein gebundenes Exemplar von Hebels Gedichten
(das Hebelbüchlein) überreicht, in welchem der baslerische Ursprung des Gedankens
schriftlich anzumerken ist.


Unmittelbar nach der Feier von 1861 am Hebelhaus in Basel hatten zwölf Teilnehmer einen
"Omnibus" (eine große Kutsche) bestiegen, um zum

ERSTEN BASLER HEBELMÄHLI IN HAUSEN

zu fahren. Es waren: Prof. C. F. Schoenbein, Prof. Wilh. Vischer-Bilfinger, Prof. K. R. Hagenbach, Prof. Dr. med, C. G. Jung, Oberst Aug. Burckhardt-Iselin, Staatsschreiber Dr. Hans Burckhardt, Altratsherr Bischoff-Merian, Stadtrat Elias Kern-de Crousas, Spitaldirektor Theodor Meyer-Merian, Polizeidirektor J. J. Wirz, Kaufmann Abel Heusler sowie Dr. Wilh. Vischer-Heusler.
Die Lehrer erhielten für den Anlass keinen Urlaub, Fritz Burckhardt-Brenner, der Initiator des Ganzen musste also darauf verzichten, dabei zu sein.



Die Namen der am ersten Hebelmähli geehrten zwölf "Alten Mannen"
mögen hier genannt sein:
J. G. Hug, Schneider (*1780), J. G. Bipp (*1787), J. J. Roths, Hammerschmied (*1792),
J. Montiegel, Zainschmied (*1792), A. Behringer, Landwirt (*1793),
M. Greiner, Kohlmesser (*1794), G. Greiner, Wagner (*1794),
Chr. Weishag, Tagelöhner (*1797), J. G. Walliser, Weber (*1798),
J. Klaile, Zimmerermeister (*1798)
und der Bürgermeister C. C. Greiner (*1800).


Über 150 Jahre hinweg hat sich diese Tradition gehalten - mit nur zwei Unterbrüchen
von 1915 bis 1920 im 1. Weltkrieg und von 1940 - 45 im 2. Weltkrieg.


 

  zurück   Quelle: Otto Kleiber, Lebendiger Hebel;
Hundert Jahre Basler Hebelstiftung 1860 - 1960; Basel 1960
     

Die Gründung der Hebelstiftung

Die Subskriptionsliste anlässlich der Gründung der Basler Hebelstiftung

C. F. Schoenbein's "Kapuzinerliste"

Schreiben von Prof. Schönbein an den Hausener Bürgermeister April 1861