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 Basilisk und Basel               

      Basilisk:

Antikes Fabeltier. Das Wort leitet sich vom griech. (Basileus = kleiner König) ab. Ein Basilisk ist ein Ungeheuer, das in verschiedenen Gestalten überliefert ist: eine gelbe Schlange, ein Mischwesen aus Schlange, Hahn und Kröte oder ein geflügelter Drache mit Hahnenkopf – z. B. als
Schildhalter des Wappens (Baselstab) u. a. auf Basler Münzen. Der Überlieferung nach wird ein Basilisk geboren, wenn das Ei eines Hahnes von einer Schlange oder einer Kröte ausgebrütet wird. Ein Blick aus den Augen dieser Kreatur genügt, um jedes Lebewesen in seiner Sichtweite sofort zu töten. Zudem besteht ein Basilisk aus Gift, jede Waffe, die mit ihm in Berührung kommt, wird davon aufgelöst.

Schildhalter

Heraldische Figuren, die bei der Wappendarstellung den Schild halten oder bewachen. Sie kommen u.a. in Gestalt von Wilden Männern (in Brandenburg und Braunschweig), Wildem Mann und Wilder Frau (Schwarzburg), Engeln (Sachsen), Hirsch und Löwe (Württemberg), Löwe und Greif (Köln), Greifen (Brandenburg-Bayreuth und Baden) und Basilisken (Basel) seit dem 15./16. Jh. auf Münzen vor. Das Auftreten der Schildhalter steht oft in Zusammenhang mit dem Wappen oder der Geschichte der jeweiligen Stadt bzw. des Landes.

Baselstab - das Wappenbild von Basel, das sich aus dem Bischofsstab entwickelte. Der kurze Stab ist ungewöhnlich geformt und lässt sich in einen unteren und einen oberen Teil gliedern. Das untere Gebilde läuft fächerförmig, seitlich nach außen geschwungen aus, in der Mitte ist eine hervorstehende, spitz zulaufende Zunge zu sehen, ähnlich wie eine Kirchenglocke (mit Klöppel). Der obere Teil des Stabes läuft schneckenförmig eingerollt aus. Der Baselstab taucht schon seit dem Spätmittelalter auf Münzen der Stadt Basel auf.
 

 

Baselstab und Basilisk

Der Baslerstab als Wappenfigur geht zurück auf den gekrümmten Hirtenstab, den die Bischöfe und Äbte der katholischen Kirche als Zeichen ihres geistlichen Hirtenamtes führen. Seit dem 14. Jahrhundert ist der bischöfliche Krummstab im Basler Wappen zum typischen Baslerstab umgewandelt worden. Dass die Bischöfe von Basel nicht nur geistliche Hirten, sondern auch weltliche Herrscher der Stadt Basel und eines jurassischen Fürstentums waren, zeigt die Erscheinung des "Baselstabes" bis zum heutigen Tag in bestehenden Wappen von verschiedenen Kantonen, Städten und Gemeinden.
 

 
Der Basilisk - hier als Brunnenfigur zu sehen - tauchte als Wappenhalter des Basler Stadtwappens etwa 1440 auf. Es heißt, dass ein Kaufmann, welcher zur Konzilszeit (1431-1448) in den Mauern Basels weilte, einen ausgestopften Basilisken vorgewiesen haben soll. Wie der vielgereiste Mann diesen Drachen mit einem Schlangenschwanz und Hahnenkopf zusammenbekommen hatte, wird wohl ein Rätsel bleiben. Eine andere Version geht dahin, dass bei der Gründung Basels in einer Höhle in der jetzigen Gerbergasse ein Drache gehaust haben soll. Sicher ist jedoch, dass die Stadt "Basel" nicht auf einem Basilisken zurückgeht, sondern  dieser wurde aufgrund der zufälligen Namens-Ähnlichkeit zum Schildhalter des Basler Wappens.
 

 
1499 wurde in Basel eine Silbermünze im Wert von 1/3 Goldgulden geprägt. Sie wurde Basler Dicken genannt und zeigt innerhalb der Aufschrift "1499 Moneta Basiliensis" 2 Basilisken als Schildhalter des Bischofstab-Wappens - mit der heute noch für Basel-Stadt gültigen Wendung des Stabkopfes nach links (die rechtsgewendete Variante wird seit der Trennung der Halbkantone in Basel-Land geführt).
 

Das gleiche Motiv - Basilisk und linksgewendeter Baslerstab - hier ein Doppeltaler aus dem 17. Jh.


 
Doch begegnet man dem schauerlichen Drachen noch heute auf den kleinen, gegossenen Stadtbrunnen (s. o.) und an den historischen Wagen der Basler Verkehrbetriebe.

Eindrücklich waren die mächtigen Basilisken am Großbasler Brückenkopf der Wettsteinbrücke.
 
                        (hier auf einer Ansichtskarte aus dem Jahre 1936)
Nach dem Neubau der Brücke verblieb einer in der Nähe des alten Standortes,
 

der 2. steht seit kurzer Zeit im Tierpark "Lange Erlen" in Kleinbasel.


Weitere Informationen:


Auf alten Abbildungen wird er dargestellt als Mischwesen zwischen Vogel und Schlange; meistens handelt es sich dabei um ein Tier, das mit einem Hahnenkopf mit einer Krone darauf, mit Hahnenfüßen (zwei oder mehreren) und einem Schlangenschwanz abgebildet wird.
Der Basilisk - so heißt es - besäße den bösen Blick und jeder, den er ansehe, müsse sterben. Sogar sein Hauch solle tödlich sein.
Bei den häufigsten Darstellungen des Basilisken dürfte es sich um Variationen älterer Drachen- und Greifenbilder handeln.
Im deutschen Sprachraum wird dieses Fabeltier auch als "Korneidechse" bezeichnet. Auch sprechen manche Quellen davon, dass es sich beim Basilisken um den "König der Schlangen", bzw. der Kriechtiere überhaupt handelt.

Die griechische Bezeichnung basileus (Basilisk) deutet darauf hin, dass der Glaube an den Basilisken keinen mitteleuropäisch- bodenständiger ist, sondern vielmehr über die Antike in den Orient zurückgeht.

Bereits die Ägypter kannten ihn unter dem Namen sit; das Basiliskenei haben sie mit dem giftigen Ibisei und den Basilisken selbst mit der Uräusschlange in Verbindung gebracht.


Die Araber nannten ihn sif.


Plinius der Ältere
(ein römischer Dichter): "Der Basilisk ist eine Schlange (oder Eidechse), die auf dem Kopf einen hellen Fleck in der Form einer Krone hat."

Im Laufe der Geschichte nimmt der Basilisk immer mehr an Hässlichkeit und Grauen zu; im Mittelalter ist er ein vierfüßiger Hahn mit einer Krone, gelbem Gefieder und breiten, dornigen Flügeln; sein Schwanz ist wie der einer Schlange und endet in einer Klaue oder einem zweiten Hahnenkopf.

Die Darstellung des Basilisken verändert sich im Laufe der Zeit: In der Symbolik des späten Altertums noch als Schlange / Eidechse dargestellt, wandelt er sich im Mittelalter zum phantastisches Mischwesen (Hahn mit Schlangenschwanz, Zwitterwesen zwischen Hahn und Kröte, seltener mit Löwenkopf).

Eine alte Chronik berichtet wie folgt:
"...Hat einen gekrönten Kopff zwey Spannen lang/seine Farbe ist schwarz und gelb. Die Augen sind rot/spitzig und so giftig/daß wann er nur einen Menschen ansiehet/muß er davon sterben. Er wird von einem Hahn geboren/der Hahn legt in seinem letzten Alter ein Ey/aus welchem der Basilisk entspringt. Bringet alles Vieh mit seinem bloßen Ansehen und Gepfeif um/wer es nur höret kommt ums Leben."

Tirol/Thüringen/Böhmen: ein vollkommen schwarzer Hahn legt im Alter von 7 Jahren ein Ei, aus dem er hervorgeht; er lebt dann 100 Jahre und wächst unaufhörlich. Deshalb lässt man einen schwarzen Hahn nicht lange am Leben, damit er keinen Basilisken zeugen kann.

Spanien:
jeder Hahn muss getötet werden, bevor er 7 Jahre alt ist, damit er kein Basiliskenei legen kann. Dies geschieht aus Angst vor dem "bösen Blick". So sagt man "tenerse hecho un basilisco" oder "tener ojos des basilisco", d.h. aufgeregt oder gereizt sein und einen Basiliskenblick zu haben und zornig jemanden anschauen.

Portugal: ein 7-jähriger Hahn legt ein Ei, aus dem eine Schlange oder Natter herauskriecht; diese töten dann den Hausherrn, wenn sie ihn sehen, bevor er sie gesehen hat.

China: man tötet einen Hahn sogleich, wenn er ein Ei gelegt hat. 
In der Naturgeschichte des chinesischen Gelehrten Pent Ao-Kangmu:

"Wenn ein wildes Huhn (Fasan), das sich mit einer Schlange begattet hat, sein Ei am Boden liegen lässt, so entkriecht ihm tausend Jahre später ein Drache, der wie eine Schlange aussieht, aber 4 Füße hat und dem Menschen gefährlich ist.


Hildegard von Bingen (ca. 1098-1179): 

"Der Basilisk entsteht aus gewissen Würmern, die etwas vom teuflischen Gewerk haben, wie die Kröte. Als sich die Kröte einst trächtig fühlte, sah sie ein Schlangenei, setzte sich zum Brüten darauf, bis ihre Jungen zur Welt kamen. Diese starben; dann brütete sie das Ei weiter, bis Leben in dasselbe kam, welches alsbald von der Kraft der alten (paradiesischen) Schlange beeinflusst wurde. Als die Kröte Leben im Ei sah, floh sie, da Junge aber zerbrach die Schale und schlüpfte aus, gab aber sogleich einen Hauch wie heftiges Feuer, ähnlich dem Donner und Blitz, von sich. Bis zum völligen Auswachsen gräbt es sich 5 Zoll tief in den Boden, dann kommt es wieder hervor und tötet alles, was ihm in den Weg kommt. Wo ein toter Basilisk verfault, sei es auf dem Acker oder im Hause, verbreitet er Verderben, Unfruchtbarkeit und Pestkrankheiten."

Ein mittelalterliches Gedicht:
"Wenn wer dich sah, lebendig ist, so ist erlogen sein Geschicht`,
denn wenn er nicht starb, kennt er dich nicht,
und starb er, so bezeugt er dich nicht."


   
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Fotos - Basler Basiliskenbrunnen & Basilisk (farbig): W. Sojka / de.wikipedia.org