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Die Eisenerze im Markgräflerland sind alttertiäre Bohnerze. Das Bohnerz ist ein dunkelbrauner Eisenstein und im weiteren
Sinne fetter Ton mit Erbsen- bis nussgroßen Erzkörnern. Die Erzbohnen
sind nicht magnetisch, weil die Eisenkristalle ungeordnet sind. Nur
durch Hitzeeinwirkung werden die Kristalle gerichtet, damit wird das
Eisen magnetisch. Die Bohnerze wurden überwiegend im Tagebau und ohne
Sprengungen gegraben.
Wer sich vom Hertinger Waldparkplatz in Richtung
Tannenkirch begibt, findet in den Waldungen verwachsene Vertiefungen
und Hügel. Diese Grabungen wurden überwiegend auf dem Korallenkalk
vorangetrieben, auf welchem die erzführende Schicht in mergelartigem
weißen Ton aufsaß. Die nestartigen Erzvorkommen zeichneten sich in
ihrer Farbe deutlich vom weißen Ton ab.
Die ergiebigsten Bohnerzlager im Markgräflerland fanden
sich im Räume Schliengen, Mauchen, Liel, Hertingen und Tannenkirch,
sowie in Kandern.

Vorwiegend wurden die Markgräflichen Eisenhütten in
Badenweiler-Oberweiler, Kandern und Hausen mit diesen Bohnerzen
beliefert. Zeitweilig beliefert wurde auch das Werk Kollnau im
Vorderöstereichischen, allerdings nur gegen Lieferung von Holzkohle.
Wegen Erzmangel lag der Ofen Kollnau oft längere Zeit still, daher
entwickelte sich dieser Tauschhandel mit den
Werken des Markgrafen, die wegen des hohen Holzkohlebedarfes oft auch
in Schwierigkeiten steckten.
Dass die Eisenhütten nicht im Bereiche der Erzlager
entstanden, ist auf die dort fehlende Wasserkraft zurückzuführen. So
entstanden diese an den Flussläufen des Südschwarzwaldes. Das Eisenwerk
Hausen wurde an einer sehr starken Gefällstrecke der Wiese errichtet.
Infolge der weiten Entfernung des Hausener Werkes zu
den Bohnenerzgruben im Markgräflerland mußten gute Transportwege
gefunden werden. Sammelplatz für die aus den verschiedenen Gruben
geförderten Bohnerze war der Platzhof, auf halbem Wege an der Straße
Schlächtenhaus - Scheideck liegend. Die Bohnerze wurden zunächst am
Förderort mittels einer Radwäsche - und auch von Hand - gesäubert, danach
verlesen. Der Transport zum Sammelplatz erfolgte durch Tragesel und
Ochsenkarren. Dort wurden die Erze gewogen, in Sorten gesammelt, um
in gleicher Weise nach Hausen transportiert zu werden. Verantwortlich
für den Ablauf war der Platzmeister mit seinen Gehilfen.
Bei einer durchgehenden "Hüttenreise" (
die Zeitdauer, in
welcher der Schmelzofen ununterbrochen in Betrieb war ) des Schmelzofen in
Hausen waren 1200 to Bohnerze bereitzustellen. Diese Zahl errechnet
sich aus der Jahresproduktion von 350 to Fertigeisen. Die Ausbringung
des Bohnerzes betrug ca. 30 - 40 %. Bei jährlich 300 Arbeitstagen für
die Fuhrleute mussten täglich 4 to Erze an das Eisenwerk geliefert
werden. Der tägliche Bedarf des Schmelzofens belief sich deshalb auf
ca. 3,3 to Bohnerz.
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