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Der Hochofen mit offener Brust erreichte eine Höhe von ca. 9 Metern. Er
bestand aus dem Rauhgemäuer, dem Kernschacht, den Gestellsteinen mit dem
Bodenstein, dem Wallstein mit dem Schlackenablauf und dem Eisenabstich,
den Blasbälgen mit der Luftzufuhr in den Schmelzraum über Tondüsen,
Formen genannt. Im Bodenstein, der auf einem Lehmstampf liegt, ist der
Viererpass eingelassen, auch Andreaskreuz genannt. Dieser bestand aus
diagonalen Hohlräumen unter der Auflageseite, in welchem die
verdampfende Bodenfeuchtigkeit durch sogenannte Pfeifen nach oben
geleitet wurde. (Die Pfeifen sind an den seitlichen Eingängen zum
Hochofen sichtbar). Auf den Bodenstein wurde die Gestellsteine
aufgemauert, in denselben wurde der Vorherd, auch Küche genannt,
gebildet, welcher er ermöglichte, größere Mengen an flüssigem Eisen
aufzuspeichern und das Eisen auch in kleineren Mengen abzulassen.
Auf dem Grundmauerwerk erhob sich der Hochofen als vierkantiger, nach
oben sich verengernder Turm. Das Rauhgemäuer, die Umfassung des
eigentlichen Ofens, war aus gewöhnlichem Bruchstein- und Ziegelmauerwerk
ausgeführt und durch eiserne Maueranker gebunden und gesichert. Das
Rauhgemäuer besaß unten zwei mit Gewölben überspannte oder mit Gußeisen
abgedeckte Aussparungen, das Abstichgewölbe und das Formgewölbe
(Gebläseseite). Innerhalb des Rauhgemäuers stand der Ofen- oder
Kernschacht aus feuerfesten Steinen aufgeführt. Die Dehnungsfuge
zwischen Rauhgemäuer und Schachtmauerwerk wurde als Isolationsraum
aufgefüllt, sehr oft wurde dazu Mist verwendet. Danach legte man den
Boden aus Quarzsteinen oder ähnlichem Gestein.
Besondere Sorgfalt erforderte der Bau des Tümpelsteines, der über dem
Vorherd lag. Auf der Außenseite war dieser durch das Tümpeleisen gegen
die unter ihm hervorstehende Tümpelflamme geschützt. Der Abschluß der
Vorherdes bildete der Wallstein. Zum Abstechen des flüssigen Eisens
besaß der Wallstein ein Abstichloch oder einen Schlitz, der mit Lehm
verstopft wurde. Der Abstich konnte höher oder tiefer gelegt werden. Das
Gestell endete oben in der Rast.
Zum Anblasen wurde der Hochofen, der unten noch offen war, da der
Wallstein erst später eingelegt wurde, mit Kohle aufgefüllt und
angezündet. Die Asche wurde abgezogen, nachdem im Ofen durch
eingetriebene Eisenstangen einen Rost gebildet und auf diesem die
Ofenfüllung abgefangen wurde. Dieses Rostschlagen wurde mehrmals
wiederholt. Nach 3-4 Tagen wurde der Wallstein und die Formen eingesetzt
(Gebläse-Tondüsen), der Ofen mit leichten Gichten angeblasen. Nach 8 - 9
Tagen wurden volle Gichten eingelegt.
Die Anfuhr der Schmelzstoffe Erz, Kohle und Kalkstein erfolgte mit
Karren auf die Gicht, das Aufgichten mit Körben und Sestern. Die Gichten
gingen gleichmäßig nieder. Das Gichtglöcklein läutete nach dem
Niedergehen der Gicht zur neuen Beschickung. |