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Vor 125 Jahren wurde August Babberger in der Maibergstraße 3 in Hausen
im Wiesental geboren. Er zählt zu den wichtigsten Vertretern des
Expressionismus in Baden. Die Verschmelzung von Mensch und Natur und die
Faszination für die Bergwelt – diese Motive ziehen sich durch das
gesamte Werk des Malers. "Was in der Natur vorgeht, was in mir selbst
ist, soll sichtbar werden", hat es der Künstler einmal ausgedrückt.
Babbergers Vater war Zimmermann und stammte aus Auggen im
Markgräflerland, seine Mutter aus Strittmatt im Hotzenwald. In einer
autobiographischen Skizze schrieb er 1920 rückblickend: "In Hausen war
ich bis zum 10. Lebensjahr, und von dort zogen die Eltern mit mir nach
Basel, wo ich mitten in das erste Schuljahr der Sekundarschule geriet
und wegen des fehlenden Französisch, das in Hausen nicht betrieben
wurde, musste ich ein Jahr zurück in die Primarschule, wodurch ich in
den Vorteil kam, dem Rat meines Lehrers folgend, in die Realschule
einzutreten. Im Januar 1908 kam ich nach Karlsruhe, auf dem Wege nach
Hamburg, wo ich mit Akkordarbeit rascher etwas Geld verdienen wollte, um
im Sommer in die Berge zu können, und zeigte Hans Thoma (1839 bis 1924)
meine Federzeichnungen, und er riet mir, in Karlsruhe zu bleiben und zu
radieren."
Durch die Vermittlung von Hans Thoma erhielt August Babberger ein
Ehrenstipendium der Kunstzeitschrift "Die Rheinlande". Dies ermöglichte
ihm einen zweijährigen Studienaufenthalt in Florenz an der 1907 von dem
Schweizer Joseph Zbinden eröffneten privaten "Accademia internazionale".
Das war die zweite entscheidende Station des nun 24-jährigen Malers, der
von den Italienern des Quattrocento, von Hans von Marées (1837 bis 1887)
und von Ferdinand Hodler (1853 bis 1918) künstlerisch beeindruckt war.
In diesen zwei Jahren an der internationalen Kunstschule wird für August
Babberger besonders wichtig, dass er neben der künstlerischen Lehre auch
die persönliche Freundschaft des Graubündner Malers August Giacometti
(1887 bis 1947) gewinnt. Am Wohnort seines Lehrers Giacometti, in Stampa,
heiratete er 1912 Anna Tobler.
Im Jahre 1920 wurde Babberger an die unter dem Namen Landeskunstschule
neugegründete Akademie in Karlsruhe als Professor berufen, der er sogar
von 1923 bis 1930 als Direktor vorstand.

Die Heirat mit der Urnerin Anna Tobler bahnte auch die Verbindung mit der
Landschaft der Urschweiz an, die ihn immer mehr in seinen Bann zog. Die
Rückbesinnung auf das Ursprüngliche und Erhabene in der Natur führte
August Babberger ab 1918 zu regelmäßigen Sommeraufenthalten auf den
Klausenpass. In seiner Hütte auf der Balmalp, die dem Künstler als
zivilisationsferne Arbeits- und Wohnstätte diente, verwirklichte der
Malerprofessor in den Jahren bis zu seinem Tod 1936 seine
Idealvorstellung einer naturgebundenen Einheit von Leben und Kunst
inmitten des Hochgebirges. In der zum "Paradies der Höhensucher"
erklärten Bergwelt schuf Babberger nicht nur den Großteil seiner
Landschaftsbilder, sondern machte auch umfangreiche
Tagebuchaufzeichnungen, in denen sich äußere Naturbeobachtungen und
innere Selbstreflexion mit expressionistischem Pathos durchdringen.
Babberger scheint von Landschaften beinahe besessen gewesen zu sein.
Der Künstler, der so sehr aus der Natur schöpfte, hatte bis Anfang 1933
ein Lehramt an der Landeskunstschule in Karlsruhe inne. Die politische
und geistige Unruhe hatte auch die Karlsruher Akademie erfasst, doch die
Ächtung von bekannten Künstlern war nicht erwartet worden war: Der
Expressionist wurde als "entarteter Künstler" eingestuft und bald nach
1933 als Professor in Karlsruhe entlassen.
Nach der Wegnahme des Lehramtes war Babberger tief getroffen mit seiner
Frau 1933 in die geliebte Bergwelt der Urner Alpen zurückgekehrt. Er
konnte nicht ahnen, dass ihm nur noch wenig Zeit in seinem Leben und für
sein Schaffen geschenkt sein würde. August Babberger starb 51-jährig, am
3. September 1936 in Altdorf an den Folgen einer Kropfoperation. |