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Aus dem evangelischen Pfarrhaus Hausens ist ein keineswegs unbedeutender Dichter
hervorgegangen. Als Sohn des Ortspfarrers Oskar Beuerle
und seiner Ehefrau Ella, geb. Kupfer, kam im Januar 1903 der kleine Maurus
Wilibald zur Welt. Er verbrachte seine Jugend bis in das 21.
Lebensjahr hinein in Hausen und im mittleren Wiesental.
Über drei Jahre
besuchte er die Hausener Volksschule, dann durchlief er bis zum Abitur die
Oberrealschule in Schopfheim. Noch 1971 gestand der damalige Bremer
Pfarrer, dass er "ein Lausbub wie jeder andere Hausener Junge" war.
Anschaulich berichtet er von seiner Jugend in "Im Hebeldorf Huuse, mym
Chinderland", einem kleinen, sehr lesbaren Büchlein. Der Verfasser
macht dabei nicht viel her von seiner Person, umso mehr aber von
Vorgängen und Zuständen in seinem "Kinderland" am Anfang unseres
Jahrhunderts. Besonders bemerkenswert: Es handelt sich nicht um einen
Gedichtband, hier wird vielmehr echte, urwüchsige alemannische Prosa
gesprochen - eine Seltenheit in der alemannischen Literatur. Erst
1921 kam der junge Beuerle zu seinem Doppelnamen. Eine Verwandte der
Mutter, Sophie Christina, geb. Gerner und Witwe eines Maurus Betz,
adoptierte Maurus Wilibald aus Hausen. Er hieß nun Maurus Gerner-Beuerle. Nach dem Abitur arbeitete unser Maurus
einige Zeit als Maurer und Zimmermann in Hausen, ehe er im Jahre 1923 ein
Theologie-Studium begann, das ihn an mehrere deutsche Universitäten führte.
Das 3. Semester verbrachte er als Austauschstudent in Finnland.
Schließlich trat er in das Theologie-Seminar zu Heidelberg ein, wo er auch
das 2. theologische Staatsexamen ablegte. Am 30. März 1931 wurde er
in seiner Heimatkirche in Hausen i. W. zum Geistlichen ordiniert - sicher ein stolzer
Tag für seinen Vater, dem damals immer noch amtierenden Ortspfarrer. Gerner-Beuerle übernahm nun
Pfarrstellen in wechselnden Landesteilen
von Baden. 1938 jedoch zog er mit seiner Familie in das Gebiet der
Hansestadt Bremen. Zunächst wirkte er in der Neustadtgemeinde Hohentor,
danach von 1946 bis zu seiner Pensionierung als Prediger im Bremer Dom.
1964 veröffentlicht er die Gedenkschrift "Schöpferisches Leben -
Die Bedeutung Johannes Müllers für unsere Zeit."
Vielleicht war es die fremde »Steinwüste«, die im Alter seine Gedanken ins Wiesental zurücklenkte und die dichterischen Kräfte
weckte. 1965 erschien "Der bunte Herbst", ein hochdeutscher
Gedichtband. In tiefen lyrischen Versen schreibt der Verfasser von der
Heimat, aus der jeder Mensch kommt, und von der Heimat, die jeder Mensch einst
finden soll. Dann
folgte der bereits erwähnte alemannische Prosaband über die Jugend in Hausen. Im
Ruhestand brachte Gerner-Beuerle 1980 das "Herrgottsbrünnli"
heraus. Nach dem Untertitel handelt es sich um »Alemannische und
hochdeutsche Gedichte«. Er kann darin sagen: "Fern bin ich allem
Treiben der Welt, und doch auch mitten hineingestellt". Aus dieser Nähe
und Ferne schreibt er in geschliffenen Reimen offenbarende Worte. Seine
Worte zeigen eine lebensfrohe Weltsicht und ein hoffnungsfrohes
Schauen nach drüben. Er schildert "E Cholbe Mais" und "E
Vogelnest", er
spricht fein und treffend vom "Schätzli". Und er nähert sich im
Unvergänglichen dem Ort, wo "dr Vatter, s'Müetterli und dr Hebel" ihm
ganz nahe sind.
"Gott, gib mer noh e bitzli Zyt zuem Lebe!" - Mit diesem
Wunsch ruhte Maurus Gerner-Beuerle bis 1982 auf der Feierabendbank aus.
1971 zeichnet ihn das Heimatdorf für sein dichterisches Werk mit der
Johann-Peter-Hebel-Plakette aus.
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