Der Floßkanal Hausen - Basel

1724 musste der Markgraf von Baden dem Bau eines Floßkanals zwischen Hausen und Baselzustimmen. Dem zugrunde lag ein zwischen der Stadt Basel und dem Kloster St. Blasien geschlossener Holzvertrag, mit dem die Basler gegen Zahlung großer Summen einen Teil ihres erheblichen Bauholzbedarfs aus der Markgrafschaft decken wollten.Nach diesem Vertrag waren die St. Blasien unterstehenden Wiesentalgemeinden verpflichtet, über einen Zeitraum von 20 Jahren jährlich ca. 6000 Klafter (etwa 24000 cbm) Holz zu liefern.Der künstlich angelegte Wasserlauf wurde nach vergleichsweise kurzer Bauzeit 1726 in Betrieb genommen. Die Flößerei endete jedoch erst nach 33 Jahren, in denen beträchtliche
Holzeinschläge für die Stadt Basel vorgenommen worden waren, im Jahre 1759. Dahinter standen vermutlich das Eisenwerk Hausen und die Mühlen des Wiesentals, denen durch die Wasserführung im Kanal die Energiegrundlage empfindlich geschmälert wurde. Auch war es für Hausen bisher schon schwierig genug, den Holzkohlebedarf für die Eisenherstellung zu bewerkstelligen, wurden die Wälder durch den gewaltigen Bedarf der Eisenwerke doch einem regelrechten Raubbau ausgesetzt. Der zusätzliche Einschlag für Basel führte zu einer weiteren, auf Dauer nicht tragbaren Plünderung der Waldbestände.

Deutlich zu sehen ist der Verlauf (blaue Linie) auf einer Karte von 1800. Die Abzweigung des Kanals erfolgte kurz unterhalb der Bannlegi. Hier wurde die Wiese auf der Gemarkungsgrenze durch eine weitere, die "Chrützgumpi-Legi" (roter Punkt) gestaut. Der Name rührt von einem alten Steinkreuz (grüner Punkt) her, das einige Meter vom Ufer entfernt im Wald die sonst üblichen Grenzsteine ersetzt. Der Kanal fiel auf den ersten einigen Hundert Metern dem Neubau der B 317 und dem Bau der Wiesentalbahn zum Opfer, der weitere Verlauf ist jedoch noch heute durch den eine Strecke weit die Bahn begleitenden Bach sichtbar. Er zog sich am  Hausener Bahnhofes vorbei weiter nach links, etwa bis zu der Stelle, an der heute das sog.  Raitbacher Wuhr seinen Lauf talabwärts nimmt. Von hier aus floss er fast schnurgerade bis zur vorderen Ecke des heutigen Stadtwaldes Schopfheim-Fahrnau.

Der weitere Verlauf ist noch heute ersichtlich am "Floßkanal" in Schopfheim, an diversen Gewerbekanälen in den talabwärts liegenden Gemeinden sowie an Wasserläufen im Bereich der "Langen Erlen" in Riehen und Basel bis zu seiner endgültigen Mündung in die Wiese in der Nähe der heutigen Autobahnbrücken. Er verlief im wesentlichen am Hangfuß des Dinkelberges, im Bereich Lörrach im Gewann "Grütt", in Riehen und Basel unmittelbar neben der Wiese.

Diese zeitgenössische Zeichnung zeigt das Ende des Kanals in Kleinbasel mit dem Holzumschlagplatz in der Nähe des Riehentores. Im Hintergrund links ist außerdem das Basler Münster zu sehen.  

nach der Orts-Chronik von 1985; Original-Text: A. Dinkelacker